Intensives Lehrgangswochenende in Werdau
Von Freitagabend bis Sonntagmittag wurde die Landessportschule Sachsen in Werdau zum Treffpunkt für Allkämpfer aus Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Berlin. Insgesamt 46 Sportler, Trainer und Referenten nutzten das Wochenende, um gemeinsam zu trainieren, technische Grundlagen zu vertiefen und sich über Verbandsgrenzen hinweg auszutauschen.
Vertreten waren der Deutsche Allkampf Bund und die Deutsche Allkampf Union. Mit den Präsidenten beider Verbände nahmen auch deren führende Repräsentanten am Lehrgang teil. Ihre Anwesenheit unterstrich den Stellenwert der Veranstaltung und die Bedeutung einer offenen Zusammenarbeit innerhalb des Allkampfsports.
Das Trainingsprogramm widmete sich zentralen Bestandteilen des Allkampf-Jitsu. Einen wesentlichen Schwerpunkt bildeten die Säulen der Selbstverteidigung. Dabei wurden nicht nur einzelne Abwehrtechniken betrachtet, sondern auch grundlegende Prinzipien wie Distanz, Reaktion, Kontrolle und situationsgerechtes Handeln vermittelt.
In der Grundschule arbeiteten die Teilnehmer an Ständen, Bewegungen sowie Angriffs- und Abwehrtechniken. Gerade bei vermeintlich einfachen Abläufen zeigte sich erneut, wie entscheidend eine saubere und präzise Ausführung für die spätere Anwendung komplexerer Techniken ist.
Ein weiterer Themenbereich war die Vermittlung und Vertiefung von Formen. Hier standen der korrekte Ablauf, die technische Genauigkeit und das Verständnis der enthaltenen Bewegungen im Vordergrund. Zugleich erhielten die anwesenden Trainer Anregungen dazu, wie Formen und Techniken methodisch aufgebaut, erklärt und weiterentwickelt werden können.
Auch die Fallschule war fester Bestandteil des Wochenendes. Sicheres Fallen, Abrollen und Abfangen sind unverzichtbare Voraussetzungen für viele Würfe und Selbstverteidigungstechniken. Die Übungen dienten deshalb nicht nur der technischen Weiterbildung, sondern auch der Sicherheit im Training.
Im Bereich der Messerabwehr wurden grundlegende Handlungsmöglichkeiten und Bewegungsmuster behandelt. Im Mittelpunkt standen realistische Ansätze, eine kontrollierte Reaktion und das Bewusstsein dafür, dass bewaffnete Angriffe stets ein besonders hohes Risiko darstellen. Entsprechend lag der Fokus auf einfachen, nachvollziehbaren Prinzipien statt auf unnötig komplizierten Abläufen.
Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmer mit Bruchtests. Hier waren neben einer korrekten Technik vor allem Konzentration, Entschlossenheit und die richtige Vorbereitung gefragt. Die Übungen machten deutlich, wie eng technische Präzision und mentale Stärke miteinander verbunden sind.
Am Samstagnachmittag fand zusätzlich eine Allkampf-Prüfung statt. Für die Prüflinge war dies die Gelegenheit, ihre in der Vorbereitung erarbeiteten Leistungen unter den Augen der anwesenden Prüfer, Trainer und Sportler zu zeigen.
Neben der fachlichen Arbeit prägte vor allem der persönliche Austausch das Wochenende. Gespräche zwischen den Teilnehmern und Referenten sowie das gemeinsame Training schufen Raum für neue Kontakte und unterschiedliche Sichtweisen auf Technik, Methodik und Vereinsarbeit.
Der Lehrgang in Werdau zeigte, dass gemeinsame Veranstaltungen über Verbands- und Landesgrenzen hinweg einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Allkampf-Jitsu leisten. Sie fördern nicht nur das technische Können, sondern auch gegenseitigen Respekt, Offenheit und die sportliche Gemeinschaft.
Der Deutsche Allkampf Bund bedankt sich bei allen Teilnehmern, Referenten, Organisatoren und Unterstützern, die zu diesem gelungenen Lehrgangswochenende beigetragen haben.